von Thomas Nacke
, 03. August 2025

Interview mit unserem Mandanten Philipp Walter, Gründer von Spielwende

Wer ist Spielwende? Erzählen Sie dem Leser von der Geschäftsidee und dem Geschäftskonzept

Spielwende entwickelt nachhaltige Spielteppiche und Holzspielzeug, die realistische Stadtszenen zeigen – mit Fahrradwegen, Bushaltestellen, Alltagsszenen, und mehr als nur Straßen für Autos.

Unser Ziel: Kinder sollen von klein auf vielfältige Mobilität als selbstverständlich erleben. Wir arbeiten direkt mit Städten wie Hamburg, Berlin, Freiburg, Münster und Göttingen etc. zusammen, um authentische lokale Spielwelten zu schaffen.

Alle Produkte werden in Deutschland und der EU produziert.  

Wer sind Sie und was hat Sie dazu bewogen sich selbstständig zu machen und Spielwende zu gründen?

Wir sind Lena Stöcker und Philipp Walter. 2023 haben wir das Unternehmen gestartet.

Als Eltern haben wir selbst erlebt, wie einseitig Spielteppiche sind – überall nur Autos und Straßen. Gleichzeitig leben wir in einer Zeit, in der Städte nachhaltiger werden und Kinder andere Mobilitätsformen kennenlernen sollten.

Die Kombination aus unserem Background in Nachhaltigkeit und Sozialwissenschaften plus der Erfahrung als Eltern hat uns motiviert, Spielzeug zu entwickeln, das die Realität von heute und morgen abbildet. 

Welche Herausforderungen mussten Sie von der Gründung bis heute meistern?

Die größte Herausforderung war der Marktstart ohne große Investoren.

Wir haben mit einer Crowdfunding-Kampagne begonnen und über 23.000 Euro in fünf Wochen gesammelt. Dann kamen die typischen Startup-Hürden: Produktentwicklung, Lieferketten aufbauen, Marketing mit kleinem Budget.

Als Nischenprodukt im Premium-Segment mussten wir lernen, unsere Zielgruppe präzise anzusprechen.

Wie entstand die Idee der Zusammenarbeit mit den Mentoren?

Wir haben schnell gemerkt, dass wir als Gründer nicht alle Kompetenzen mitbringen können.

Besonders bei strategischen Entscheidungen – Skalierung, Vertriebskanäle, Finanzierung – brauchten wir externe Expertise.

Die Mentoren SH bieten genau das: erfahrene Unternehmer und Experten, die schon ähnliche Herausforderungen gemeistert haben. Das war für uns als junges Unternehmen eine perfekte Gelegenheit, von lokaler Expertise zu profitieren. 

Welche konkreten Dienstleistungen werden durch die Mentoren für Spielwende erbracht und welche Mehrwerte bieten diese für (Sie selbst) und Ihr Unternehmen?

Unsere Mentoren unterstützen uns in verschiedenen Bereichen: Vertriebsstrategien für B2B-Kunden, Finanzplanung und Cashflow-Management, sowie strategische Entscheidungen zur Unternehmensentwicklung.

Sie bringen ihre Erfahrung aus anderen Branchen mit und helfen uns, typische Fehler zu vermeiden.

Für uns persönlich ist es auch wichtig, regelmäßig mit erfahrenen Unternehmern zu sprechen, die die emotionalen Höhen und Tiefen des Gründerdaseins kennen. 

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit den Mentoren beurteilen und was schätzen Sie als besonders positiv ein?

Die Zusammenarbeit ist sehr praxisorientiert und ehrlich. Die Mentoren sagen klar, wo sie Verbesserungspotenzial sehen, aber immer konstruktiv.

Besonders schätzen wir, dass sie nicht nur theoretische Ratschläge geben, sondern konkrete, umsetzbare Schritte vorschlagen. Sie verstehen auch die regionalen Besonderheiten in Schleswig-Holstein. Die regelmäßigen Termine geben uns Struktur und zwingen uns, strategisch zu denken, statt nur im Tagesgeschäft zu arbeiten.

Wenn Sie sich die nächsten 12 Monaten vor Augen führen: Gibt es Herausforderungen und Projekte, bei denen Sie sich die Unterstützung der Mentoren vorstellen können? Und was konkret würden Sie sich von den Mentoren wünschen?

In den nächsten Monaten stehen wichtige Weichenstellungen an: Sollen wir uns voll auf B2B-Kooperationen mit Kommunen konzentrieren oder den B2C-Bereich weiter ausbauen? Wie können wir die Conversion Rate in unserem Shop verbessern?

Und ganz konkret: Wir müssen uns ein existenzsicherndes Gehalt erwirtschaften. Hier wünschen wir uns Unterstützung bei der Finanzplanung und bei der Entscheidung, ob wir externe Finanzierung brauchen. Auch beim Aufbau eines kleinen Teams könnten Mentor-Erfahrungen sehr wertvoll sein.

Wenn Sie 36 Monate vorausschauen: Wo soll Spielwende dann stehen?

In drei Jahren soll Spielwende der führende Anbieter für nachhaltige, realistische Spielwelten im deutschsprachigen Raum sein.

Wir wollen mit mindestens 25 deutschen Städten kooperieren und unsere Produkte auch in Österreich und der Schweiz anbieten. Das Team soll auf 3-5 Mitarbeiter gewachsen sein, und wir wollen einen stabilen monatlichen mittleren fünfstelligen Umsatz erreichen.

Würden Sie die Mentoren weiterempfehlen und warum?

Absolut! Besonders für Gründer und Gründerinnen, die schon erste Erfolge haben, aber vor strategischen Entscheidungen stehen.

Die Mentoren helfen dabei, den Blick zu weiten und nicht nur im eigenen Saft zu schmoren. Wichtig ist aber, dass man als Gründer und Gründerin bereit ist, ehrliches Feedback anzunehmen und auch mal unbequeme Wahrheiten zu hören.

Dann ist die Zusammenarbeit wertvoll.

Zurückblickend: Was würden Sie Menschen raten, die sich selbstständig machen möchten?

Startet nicht zu perfektionistisch – testet eure Idee so früh wie möglich am Markt. Wir haben mit unserem Crowdfunding direkt geprüft, ob Nachfrage da ist.

Baut euch von Anfang an ein Netzwerk auf und scheut euch nicht, um Hilfe zu bitten.

Mentoren, andere Gründer und Gründerinnen, Branchenexperten – die meisten helfen gerne, wenn man konkret fragt.

Und ganz wichtig: Plant eure Finanzen realistisch. Es dauert, bis ein Unternehmen profitabel wird und man sich ein vernünftiges Gehalt auszahlen kann.

Wir bedanken uns für das offene Gespräch!

Spielwende wird betreut von unseren Mentoren Thomas Nacke und Frank Rudolf.

Im Bild: Lena Stöcker und Philipp Walter, Gründer:in von Spielwende


Thomas Nacke

Ehrenamtlicher Mentor für Unternehmen in Schleswig-Holstein seit 2023.