Mentoren im Auftrag der Kieler FH

Studenten der Fachhochschule Kiel präsentieren im Modul „Capstone“ nachhaltige Geschäftsideen

Sechs Mentoren des Vereins Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein begleiteten die Studierenden bei der Konkretisierung ihrer Geschäftsideen und beurteilten ihre Business-Pläne. Das Thema des zweiten Capstone-Moduls des Fachbereichs Wirtschaft hieß „Smart City“. Drei Monate lang beschäftigten sich die studentischen Teams mit Zielgruppen- und Kundennutzungsanalysen, Ertragsmodelle, Marketinginstrumente und Kalkulationen. Im Fokus der vielversprechenden Ideen der Studierenden: Wie können wir unsere Stadt besser, nachhaltiger, smarter machen?

„Wir coachen, beurteilen die Geschäftsmodelle und erklären, wie die Zusammenhänge „echt“ funktionieren. Z.B. welche Vorstellungen ein Investor hat. Wir sind konstruktive und motivierende Wegbegleiter. Wir bringen unsere beruflichen Erfahrungen, unser Wissen und unsere Netzwerke bei den Gesprächen mit den Studierenden ein und versuchen so die geplanten Firmengründungen zu optimieren“, so die 1. Vorsitzende, Dorothee Thomanek.

Im Audimax der FH Kiel fanden sich alle 32 Teams am 8. Juli zusammen, um sich vor der Fachjury aus drei Vertreter*innen des Vereins Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein zu behaupten. Die Juror*innen ehrten die Mühen der Studierenden mit ihren kritischen Nachfragen und Tipps und kürten am Ende des Tages drei Siegerteams.

Das Modul Capstone hilft den Studienanfänger*innen dabei, kennenzulernen, wie breit gefächert das Studium der Betriebswirtschaftslehre ist. Damit wollen die Modulverantwortlichen Prof. Dr. Jens Langholz, Prof. Dr. Doris Weßels, Maria Laatsch, Prof. Dr. Anja Wiebusch und Prof. Dr. Rob Wiechern nicht nur für das Thema Gründung und Unternehmergeist sensibilisieren, sondern auch eine Möglichkeit schaffen, die Studierenden herausfinden zu lassen, ob das Studium zu ihnen passt.

„Mir hat die Vielfalt der unterschiedlichen Ideen in diesem Semester wieder ausgesprochen gut gefallen“, so Jens Langholz, Dozent für BWL und Mathematik am Fachbereich Wirtschaft, nach Abschluss der Präsentationen. „Ich kann mir vorstellen, wie herausfordernd es für die Studierenden gleich zu Studienbeginn ist, in einem sehr freien Format eine eigene Geschäftsidee auszuarbeiten und diese bei der großen Abschlussveranstaltung vor 160 Kommiliton*innen zu pitchen. Alle Teams haben meinen großen Respekt!“

Das Engagement der Studierenden reichte von Apps für den Besuch beim Amt, über intelligente Mülleimer bis zu einem Verleihsystem für Grills an beliebten Grillplätzen. Für den dritten Platz auf dem Treppchen prämierte die Jury das Team von „Mr. Crabs“: Silvio Armbrüster, Julia Banck, Kay Lietdke, Jan-Philip Richter und Felix Zander wollen mit ihrer schwimmenden Drohne für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Die Drohne soll eigenständig Müll aus Gewässern sammeln.

Den zweiten Platz erreichten Lucas Dalldorf, Lars Brunner, Fabio Busch, Katharina Schmidt und Katharina von Malsch mit „Multilock“. Gegen ihre Kombination aus Fahrradschloss, GPS-Tracker und Navigationssystem haben Fahrraddiebe keine Chance.

Als beste Gründungsidee befand die Fachjury den „Study Coach“. Schüler*innen und Studierende können ihr Wissen im Umgang mit digitalen Medien und Technologien an ältere Generationen per App weitergeben. So können Schüler*innen oder Studierende etwas Geld verdienen, während ältere Menschen im Dialog mit jungen Leuten spielerisch erlernen, mit digitalen Medien umzugehen. So wollen Jonas Brunkhorst, Richard Dahms, Insa Koch und Jan Philip Tun dafür sorgen, dass eine Generation die andere unterstützt und dabei hilft, für zukünftige Entwicklungen besser gerüstet zu sein.

Die Dozierenden und Fachjuroren zeigten sich begeistert von den neuen Ideen der Studierenden und hoffen, dass viele Gruppen ihre Intentionen weiterverfolgen.

„Ich finde Capstone sehr sehr gut – auch für Erstsemester. Man kann nicht früh genug anfangen, Wirtschaftswissen in Praxis umzuwandeln und ich sehe das Projekt auch in dem Sinne, dass damit das Unternehmerbild in der Öffentlichkeit positiv geprägt wird. Sicherlich bringen Studierende des Fachbereichs Wirtschaft eine ökonomische Grundbildung mit. Dank Capstone sehen sie, dass es sich wirklich lohnt, Betriebswirtschaft zu studieren und können herausfinden, welche Fachbereiche ihnen besonders liegen, resümiert Dorothee Thomanek.