Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Unternehmensberatern

Durch Unternehmensberatungen – konventionelle oder ehrenamtlich arbeitende – werden notwendige Hilfen zur Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit, zur Sicherung der Existenz gegeben.  Kleine und mittlere Unternehmen erkennen den Wert der externen Unternehmensberatung oftmals erst in kritischer Situation.
Mit entscheidend für den Erfolg einer externen Unternehmensberatung ist die Wahl
des sach- und fachkundigen Beraters.
Mit den nachfolgenden Hinweisen sollen Hilfen für die Auswahl von sach- und
fachkundigen Unternehmensberatern gegeben werden.

Was Sie nicht tun sollten

  • Nach unaufgeforderter telefonischer Akquisition einen Beratungsauftrag erteilen.
  • Das Angebot einer scheinbar kostengünstigen Gesamtanalyse annehmen und damit dem Beratungsunternehmen/Berater die Gelegenheit zu einer bezahlten Akquisition geben.
  • Eine Analyse ist sinnlos, wenn nicht auch die konkreten realisierbaren Empfehlungen erarbeitet werden.
  • Einen Mustervertrag abschließen.
  • Einen unpräzise formulierten Auftrag erteilen, z. B. mit der Bezeichnung „Gesamtberatung“ oder „Rationalisierungsberatung“, ohne detaillierte Aufgabenbeschreibung für den Berater.

Was Sie selbst tun müssen

  • Machen Sie sich selbst mit dem Unternehmensproblem vertraut und formulieren Sie es schriftlich. Erfragen Sie bei Verbänden, Kammern Anschriften von Unternehmensberatern und Beratungsunternehmen. Oft stehen erfahrene ehemalige Manager – wie zum Beispiel die „Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein – für ehrenamtliche Beratungen zur Verfügung.
  • Holen Sie sich unverbindlich und kostenlos  mehrere Angebote ein, die ein Arbeitsprogramm mit Zeitrahmen und einen Kostenvoranschlag enthalten sollten. Zur Angebotsabgabe notwendige Daten und Fakten des Unternehmens stellen Sie bitte dem Berater schriftlich zur Verfügung.
  • Fordern Sie mit der Angebotsabgabe die Angabe überprüfbarer Referenzen zu vergleichbaren Aufgabenstellungen.
  • Prüfen Sie auch die Angebote der Unternehmensberater insbesondere auch auf folgende Gesichtspunkte:

– Preis-/Leistungsverhältnis
– Qualifikation
– Referenzen

  • Schließen Sie einen auf das Unternehmensproblem zugeschnittenen Vertrag ab mit eindeutigen Konditionen:

– Bezeichnung des Beratungsauftrages mit Angabe der Details; keine
Pauschalformulierung, wie z.B. Gesamtberatung oder Rationalisierungsberatung.
– Vereinbaren Sie Leistungsgarantien bezüglich der Sach- und Fachkenntnisse
des tätigen Unternehmensberaters, die fortlaufende Information über
Aufgabenwahrnehmungen und Ergebnisse der Tätigkeiten.
– Legen Sie fest, dass die Beratungsleistungen in einem Beratungsbericht
dokumentiert wird, mit Darlegung der Situation (Feststellung des Ist-Zustandes),
einer Beurteilung der Situation sowie der Entwicklung konkreter realisierbarer
Vorschläge und der Darstellung der wirtschaftlichen Auswirkungen.
– Bestimmen Sie die Beratungszeit mit einem festen Endtermin und auch die
Tätigkeiten, die gegebenenfalls von Ihnen und Ihren Mitarbeitern zu leisten sind.- Verpflichten Sie den Berater zur Verschwiegenheit.

  • Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie gibt kleinen und mittleren Unternehmen einen Anreiz zur Inanspruchnahme eines selbständigen sach- und fachkundigen Unternehmensberaters durch einen Zuschuss zu den Beratungskosten. Voraussetzung für eine Förderung ist die Beachtung der Richtlinienbestimmungen.

Wenn Sie sich für einen Berater entschieden haben sollten Sie folgende Grundsätze
beachten:

  • Zwischen Unternehmer und Berater muss eine gewisse Vertrauensbasis gegeben sein; erteilen Sie jede für die Beratung notwendige Information.
  • Sie müssen sich mit dem Beratungsauftrag identifizieren und hinter dem Unternehmensberater stehen.
  • Das Tätigwerden des Unternehmensberaters im Unternehmen erfordert Vorbereitung. Die Unterstützung durch Mitarbeiter ist sicherzustellen; legen Sie die Gesprächspartner fest.
  • Bei komplexen Beratungsaufgaben kann es zweckmäßig sein, eine Projektgruppe zu bilden, in die bestimmte qualifizierte Mitarbeiter fest eingebunden werden.
  • Bleiben Sie für den Berater ansprechbar und verfolgen Sie den Ablauf der Beratung.
  • Scheuen Sie sich nicht, im Zweifel einen ehrenamtlichen Berater zusätzlich hinzuzuziehen.  Dieser ist nur an Ihrem Wohl – nicht an Folgeaufträgen interessiert und nur Ihnen und seinem Gewissen verantwortlich.