Corona –

Wir kehren langsam ins Leben zurück. Nachdem wir den größten Corona-Schock verdaut haben, sieht man nicht nur nun, was das Virus angerichtet hat – sondern auch, was der Kampf gegen das Virus anrichtet. Die Ausgangsbeschränkungen und die Kontaktsperre im März, April und Mai haben uns vor Schlimmerem bewahrt. Die harten Einschnitte ins Alltagsleben weltweit haben viele Millionen Menschenleben gerettet.  Die verantwortlichen Politiker handelten auf der Basis des zum damaligen Zeitpunkt verfügbaren Wissens – und sicher auch unter dem Eindruck der erschreckenden Bilder aus Italien und Frankreich. Deutschland ist bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen – und bezahlt trotzdem einen hohen Preis.

Womöglich hätten statt wochenlanger, flächendeckender Beschränkungen für alle Bürger regionale Maßnahmen genügt. Hinterher ist man immer klüger, aber aufs Ganze gesehen können wir froh sein, die bisherigen Phasen der Pandemie glimpflich überstanden zu haben. Nun, da uns die Schlagzeilen rund um das Virus nicht mehr permanent im Kopf herumschwirren und wir wieder etwas häufiger unter Leute kommen, nehmen wir auch in unserem sozialen Umfeld wahr, welche Schäden die wochenlange Kontaktsperre hinterlassen hat. Da ist die Verwandte, die zu lange auf eine dringende Operation warten musste. Der Freund, dem als Freiberufler plötzlich sämtliche Einkünfte wegbrechen. Der Kollege, der seine Wohnung aus Angst seit Wochen kaum mehr verlässt. Der Lieblingswirt, der die Wochen bis zur Pleite an zwei Händen abzählen kann. Die Läden um die Ecke, die plötzlich nicht mehr da sind.

Ein düsteres Fazit, das so gar nicht zu der „Wir-haben-das-Schlimmste-überwunden“-Rhetorik passt, die uns dieser Tage aus Fernsehen, Radio entgegenschallt. Man muss deshalb nicht schwarzsehen.  Aber die Vollbremsung einer ganzen Gesellschaft kann viele Leben retten – aber auch viele beschädigen oder gar zerstören. Wer schwach ist, der braucht jetzt die Hand der Starken. Ob Verwandte, Freunde oder Mentoren: Wir helfen!