Interview mit unserem Neu-Mentor Ulf-Günter Krause

  1. Herr Krause, Sie sind seit Januar 2020 Mentor bei den Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein. Was hat Sie bewogen, Mentor zu werden?

Ulf-Günter Krause: „Im Berufs- und Privatleben habe ich bereits unterschiedliche Ehrenämter bekleidet und mich für Menschen oder Unternehmen eingesetzt. Vor einigen Jahren hat mich unser Ehrenvorsitzender angesprochen, ob ich nicht bei den Mentoren mitmachen möchte. Nun war für mich der geeignete Zeitpunkt gekommen.“

  1. Welche Kenntnisse und Erfahrungen bringen Sie aus Ihrer Berufslaufbahn mit?

Ulf-Günter Krause: „Eigentlich bin ich ein Diplombauingenieur. Vor über 30 Jahren hat mich die Neugier dazu bewogen, in die IT-Branche zu wechseln. In den ersten Jahren habe ich in der IT-Distribution als Dozent und im Support gearbeitet. Danach folgte Anfang der 90er Jahre der Schritt in die Selbständigkeit als geschäftsführender Gesellschafter eines CAD/IT-Systemhauses. Vor zehn Jahren habe ich dann das Unternehmen mit drei Geschäftsstellen an einen Mitbewerber verkauft. Anschließend war ich als externer IT-Projektleiter in großen Projekten aktiv. Ich habe in meinem Berufsleben Einblicke in die Projekt- und Prozessorganisation von kleinen bis zu sehr großen Unternehmen aus vielen Fachbereichen erhalten.

Die Neugier, sich mit Zukunftstechnologien auseinanderzusetzen, ist mir in all den Jahren geblieben. Mit dem Thema Digitalisierung müssen sich alle Unternehmer auseinandersetzen. Jeder Handwerksbetrieb, jeder Zulieferer, jeder Fertiger und jeder Dienstleister ist ein Teil der jeweiligen digitalen Prozesskette. Unternehmen, denen es heute noch gut geht, können schon morgen im Abseits stehen und übermorgen vergessen sein. Bei der Digitalisierung geht es nicht darum, nur die IT zu erneuern. Einhergehend mit der Digitalisierung verändert sich auch die Art der Zusammenarbeit in den Unternehmen und unternehmensübergreifend. Die Teamarbeit in Projekten, in Entwicklungs- und Produktionsketten wird agiler, transparenter, kollaborativer und kooperativer.

  1. Wo und in welchem Umfang möchten Sie in Zukunft Ihre Schwerpunkte als Mentor setzen?

Ulf-Günter Krause: „Ich möchte gern dort helfen, wo ich gebraucht werde. Grundsätzlich geht es mir nicht darum, Entscheidungen für Unternehmer und Unternehmen zu treffen. Ich möchte lieber die Verantwortlichen dabei unterstützen, ihre Entscheidungen selbst zu treffen. Um Menschen helfen zu können, sollte man sich schon ein wenig in der fachlichen Materie der Unternehmen auskennen. Wir haben das Glück, dass das Team der Mentoren über ein breites Wissen aus allen Bereichen verfügt. Man kann nicht alles wissen, aber man kann für seine Mandanten nach Wissen oder nach Wissenden suchen.“

  1. Wir würden auch gerne Persönliches über Sie erfahren: Herkunft, Alter, Familienleben, Hobbys usw.

Ulf-Günter Krause: Ich bin „echter Kieler“, 62 Jahre, verheiratet, habe zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Ich interessiere mich für Kunst, Architektur und schreibe als Autor technische Studienbücher für die Erwachsenenbildung.“

  1. Sind Sie auch mit anderen Organisationen vernetzt? Sehen Sie Synergieeffekte, die Sie für die Mentoren nutzen können?

Ulf-Günter Krause: „Seit über 30 Jahre pflege ich meine Kontakte in die IT-Branche. Kontakte habe ich auch zum Beispiel in Amerika, in Australien oder in Russland. Die modernen Kommunikationsmedien und die sozialen Netzwerke sind sehr hilfreich dabei.

Da ich gern mit jungen Menschen – unsere potenziellen Unternehmer in der Zukunft – zusammenarbeite, habe ich auch gute Kontakte zu den schleswig-holsteinischen Hochschulen. Vor einigen Jahren war ich selbst einmal als Dozent für ein Wahlpflichtfach an der Fachhochschule Kiel tätig. Ich bin in der Überlegungsphase, im nächsten Wintersemester erneut ein Wahlpflichtfach anzubieten.“

  1. Haben Sie Kritik oder Anregungen für die Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein? Der unbefangene, objektive Blick eines Neumitglieds kann sehr wertvoll sein.

Ulf-Günter Krause: „Ich habe jetzt an drei Sitzungen teilgenommen. Momentan sehe ich mich in der Rolle des Zuhörers und des Lernenden. Das Wort Kritik ist meist negativ besetzt. Kritik sollte mit Vorschlägen für Alternativen einhergehen. Menschen gehen in Vereine, um in einer Gemeinschaft freiwillig aktiv zu sein. Keiner von uns muss mehr arbeiten müssen. Jede/r kann für sich entscheiden, wie stark sie/er sich engagiert. Im Team spielen kann jede/r mit ein wenig Rücksichtnahme und Diplomatie. Die Voraussetzung dafür ist aber, im Team spielen zu wollen.“

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche und erfüllende Zeit als Mentor.